scroll down

Making-of

Silk & Spices

4 Minuten

NATÜRLICH UND URBAN, ELEGANT UND EXTRAVAGANT, ZEITLOS UND MUTIG: DIE KOLLEKTION SILK & SPICES FASZINIERT MIT KONTRASTEN. DIE TEXTILDESIGNERIN SIBYLLE AEBERHARD ÜBER CRÉATION BAUMANNS ERFRISCHENDE HOMMAGE AN DIE TEXTILTRADITION.

Die Kollektion SILK & SPICES verleiht dem stilvollen Zuhause eine ebenso zeitlose wie überraschende textile Note. Mit erstklassigen Materialien, mit ruhigen Farben sowie mit einer klaren Formensprache. Wie ist dieses Zusammenspiel von klassischer Eleganz und frischen Ideen im Atelier von Création Baumann in Langenthal entstanden? Sibylle Aeberhard, die als Textildesignerin bei der Kreation der Stoffe federführend war, hat es uns im Gespräch erzählt. Lassen Sie sich von den Einblicken in den textilen Schaffensprozess inspirieren.

DIE KOLLEKTION SILK & SPICES LEBT VOM SPIEL DER TEXTILEN KONTRASTE. WAS HAT SIE ZU DIESEM SPIEL INSPIRIERT?

Das Bedürfnis nach Vielfalt ist in der Kollektionsgestaltung immer ein Thema. Unterschiede erzeugen Spannung und tragen zur Attraktivität der gesamten Kollektion bei. Von den Materialien, über die Texturen bis zur formalen Sprache. Inspiration finde ich laufend, wenn ich Ideen zusammentrage. Eines der Ziele ist, dass die Stoffe eigenständig funktionieren, zugleich aber auch ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Damit bei allen Unterschieden das Ganze harmonisch bleibt, müssen sich die Kontraste der selben Sprache bedienen.

KÖNNEN SIE DEN KREATIVEN PROZESS VON DER ERSTEN IDEE BIS ZUM FERTIGEN STOFF IN WENIGEN WORTEN BESCHREIBEN?

Am Anfang steht – ganz nüchtern – die Aufgabenstellung. Danach beginnt die Recherche. Die ist zunächst recht analytisch und beschäftigt sich mit dem Markt, dem Verkauf, den Mitbewerbern. Ich versuche mich hineinzufühlen, erkunde, was mich am Thema fasziniert und was in der Luft liegt. Die Stimmungen verdichten sich zu Moodboards, mit Farbwelten und Formensprachen. In der Entwurfsphase geht es darum, technische Umsetzungsmöglichkeiten zu recherchieren, die Materialien zu wählen, Farbwelten zusammenzustellen, die formale Sprache zu definieren. Entscheidend ist schliesslich, alles auf den Punkt zu bringen. Dafür braucht es einen Balanceakt zwischen klarer Vorstellung und offenem Kreativprozess.

ARTEMISIA

ARTEMISIA

DANDY

DANDY

RAMIN

RAMIN

VASCO

VASCO

TURMALIN II

TURMALIN II

ARTEMISIA

ARTEMISIA

WELCHE EIGENSCHAFTEN MUSS EINE TEXTILDESIGNERIN MITBRINGEN, UM AUF DIESEM WEG ANS ZIEL ZU KOMMEN?

Neugier, Offenheit, die Lust am Experimentieren und die Bereitschaft, neue Wege einzuschlagen, wenn es die Zeit zulässt. Es ist eine Herausforderung, den konzeptionellen Rahmen vor Augen zu haben, sich aber immer wieder die kreative Freiheit zu nehmen. Das ist eine Gratwanderung, die auch mal chaotisch sein kann, aber immer analytisch sein muss.

TEXTILIEN ZU ENTWICKELN IST TEAMWORK. WODURCH ZEICHNET SICH EINE GUTE ZUSAMMENARBEIT AUS?

Auf jeden Fall braucht es einen offenen und kritischen Austausch. Im Idealfall ist es ein Ping-Pong zwischen Menschen, die einander aus Freude und Leidenschaft inspirieren und unterstützen mit dem gemeinsamen Ziel, ein Produkt zum Erfolg zu bringen.

DIE KOLLEKTION IST EINE HOMMAGE AN DIE VERGANGENHEIT. WAR DAFÜR AUCH TRADITIONELLES FACHWISSEN NÖTIG?

Was die Techniken angeht, gibt es diesen Bezug. Kettdruck, Jacquard, Stickerei, das sind ja alte Verfahren. Es geht darum zu wissen, welche Technik man jeweils nutzen kann, um gezielt zum gewünschten – im Fall von SILK & SPICES zeitgemässen – gestalterischen Ausdruck zu gelangen. Darin verbindet sich die Verneigung vor der textilen Tradition mit dem Anspruch, neue Wege zu gehen.

ORFEO

ORFEO

RAMIN

RAMIN

DORIN

DORIN

VASCO

VASCO

VASCO

VASCO

VICTOR

VICTOR

DANDY

DANDY

SICH HINEINFÜHLEN UND ERKUNDEN, WAS EINEN AM THEMA FASZINIERT, UND ZUGLEICH SPÜREN, WAS IN DER LUFT LIEGT – DIES HAT EINE INSPIRIERENDE WIRKUNG.

Sibylle Aeberhard
ARTEMISIA

ARTEMISIA

VASCO

VASCO

WIE HABEN SIE ZU DER STIMMIGEN WECHSELWIRKUNG VON FARBE, FORM UND MATERIAL GEFUNDEN, DURCH DIE SICH SILK & SPICES AUSZEICHNET?

Ob Materialität, das Spiel mit dem Matt-Glanz-Effekt, die formale Aussage oder die Farbauswahl – man muss sich immer fragen, was wo dazu passt. Wenn ich beispielsweise das Bunte in die Kollektion bringen will, muss ich schauen, wo es stimmig ist, und zwar so, dass es alleine und innerhalb der Kollektion funktioniert. Das ist ein Ausprobieren, Zusammenstellen und auch Loslassen, Verwerfen – ein intuitiver Prozess.

BEI ARTEMISIA GEHEN DRUCK- UND WEBKUNST EINE SPANNENDE LIAISON EIN. WAR DIES AUCH EINE TECHNISCHE HERAUSFORDERUNG?

Ja. Wir müssen bei diesem Stoff sicherstellen, dass sich Kettdruck und Jacquard möglichst lange nicht überschneiden. Die Verteilung muss aufgehen. Es darf keine Ansammlung von Blumen geben, während woanders nur Leerflächen sind. Hier geht es um technische Finessen, die man gut planen muss. Die Ausrüstung beeinflusst vieles, auch den Griff des Materials.

WIE GEHEN SIE ALS TEXTILDESIGNERIN MIT DEN GRENZEN DES MACHBAREN UM?

Als Textildesignerin wird man viel mit Grenzen konfrontiert, zum Beispiel wenn Ideen aus technischen Gründen nicht so umsetzbar sind, wie man sie haben will. Aber ich empfinde Grenzen nicht unbedingt negativ. Sie geben Orientierung und bilden den Rahmen, innerhalb dessen man das Optimum sucht. Man weiss mit der Zeit, was geht und was nicht.

DORIN

DORIN

MAIRA

MAIRA

DAPHNE

DAPHNE

ENTSPRICHT DIE KOLLEKTION IM ERGEBNIS DEN VORSTELLUNGEN, DIE SIE ZU BEGINN HATTEN?

Mir ging es von Anfang an darum, dass die Kollektion die textile Tradition zitiert, gleichzeitig aber sehr selbstbewusst im Hier und Jetzt steht. So gesehen ist sie gelungen. Klar, am Anfang hat man noch andere Ideen toll gefunden, die dann nicht umgesetzt werden konnten – doch das Kecke, das Frische kommt rüber, und das war mir wichtig.

WAS IST FÜR SIE ALS TEXTILDESIGNERIN DAS GRÖSSTE KOMPLIMENT?

Wenn die Stoffe auf dem Markt gut angenommen werden und sich verkaufen. Aber das kommt ganz zum Schluss, und dann bin ich immer schon mit dem nächsten Projekt beschäftigt. Wenn ich während der Entwicklung das Gefühl bekomme, dass das stimmig ist, was wir machen, dass es funktioniert – das ist für mich ein ebenso wichtiges Kompliment.

DIE GROSSE HERAUSFORDERUNG IN DER STOFFKREATION IST, EIN KLARES ZIEL VOR AUGEN ZU HABEN UND SICH ZUGLEICH IMMER WIEDER DIE KREATIVE FREIHEIT ZU NEHMEN.

Sibylle Aeberhard
MAIRA

MAIRA

DALIA

DALIA

TURMALIN II

TURMALIN II

RAINA

RAINA

VASCO

VASCO

DAPHNE

DAPHNE

SIBYLLE AEBERHARD

Sibylle Aeberhard ist seit 2004 bei Création Baumann kreativ. Zum Stoff hat die Textildesignerin früh gefunden: Bereits als Kind nähte sie Kleider für Puppen und sich selbst. Da ihr die Mode zu kurzlebig war, begeisterte sie sich mit der Zeit immer mehr für das textile Grundelement. An ihrer Arbeit schätzt Sibylle Aeberhard, die in Zürich die Textilfachklasse besuchte und von ihrer Mentorin Bärbel Birkelbach beeinflusst wurde, vor allem die Mischung – aus Handwerk, kreativem Gestalten und technischem Know-how.


Weitere Inspirationen

Making-of

Silk & Spices

Auf den Spuren von SILK & SPICES:
Lassen Sie sich von unserer Création
in Langenthal inspirieren und blicken
Sie hinter die textilen Kulissen.

mehr erfahren

Carte blanche

Zeitloser Relook

Iria Degen gestaltet Raumkonzepte, die zeitlos schön sind. Umso spannender war für die Interior Designerin, ein von ihr gestaltetes Objekt nach mehr als zehn Jahren einem Relook zu unterziehen.

mehr erfahren

Textilien

Outdoor ist IN

Draussen liegt drin: Entdecken Sie, wie unsere aktuellen Outdoor-Stoffe den Aussenbereich in einen Ort verwandeln, den Sie täglich aufs Neue geniessen.

mehr erfahren